Breitensport und mehr im Bonner Süden
 

Nachruf auf Hubert Obliers

Wir Volleyballer trauern um Hubert Obliers. Er ist am 18.12.2025 im Alter von 91 Jahren gestorben. Einige von uns hatten bis zum Schluss noch guten Kontakt zu ihm und ihn noch im Krankenhaus besucht. Bis vor einem halben Jahr war er regelmäßig als begeisterter wie kritischer Zuschauer bei unseren Donnerstags-Spielen dabei und hat es sich nicht nehmen lassen, uns häufig auch in die „dritte Halbzeit“ in den OK-Hof zu begleiten.

Hubert war zu Recht Ehrenmitglied und insgesamt mehr als 80 Jahre im TuS aktiv. Erst Corona hat ihn ausgebremst, als er schon die 80 reichlich überschritten hatte. Angefangen hat er mit Handball und Leichtathletik. Gerne hat er von seinen Aktivitäten auf dem alten Sportplatz erzählt, oben oberhalb der B 42, dort wo jetzt die Bienen ein zu Hause haben.

Bevor er dann endlich bei den Volleyballern gelandet ist, war er lange Jahre Faustballer  und das merkte man auch in seiner Art zu spielen. Gefürchtet seine Aufschläge mit der Faust und sein Doppelhammer, wobei er mit beiden erhobenen Unterarmen gleichzeitig den Ball in die gegnerische Hälfte beförderte, eine  für Volleyballer eher ungewöhnliche Technik. Und er war überall auf dem Spielfeld zu finden, immer im Einsatz, manchmal auch lautstark. Sein Einsatz und seine Zuverlässigkeit waren vorbildlich. Er konnte kritisieren – meistens zu recht – und schonte sich selbst auch nicht. Er wurde regelecht zum Rumpelstilzchen und traktierte den Hallenboden, wenn ihm was misslungen war.

Dem Nachwuchs hat er so manchen Ratschlag und auch schon mal einen scherzhaften altväterlichen Schlag in den Nacken gegeben, wenn sie sich nicht ordentlich eingesetzt hatten. Alle haben ihn respektiert und geachtet. Mit Geschick und Humor hat er sich auch in kritische Situationen eingemischt – und sie entschärft.

Er war immer für einen Scherz gut und auch um jecke Auftritte nicht verlegen. Berüchtigt seine „Turnvater-Jahn-Auftritte“, u.a. beim 100-jährigen – TuS-Jubiläum unter Schirmherrschaft von Norbert Blüm, wo er mit seinen alten Kameraden in geringelten Trikots geturnt und gesungen hat.

Hubert war nicht nur ein sportliches Vorbild sondern auch in seiner sozialen Rolle für die Mannschaft sehr wichtig. Bis zuletzt war er agil, noch beim Kegeln mit 88 dabei und ist in diesem Alter mit Volleyballkollegen noch mit dem Motorrad die kurvige Wiedstrecke gefahren.

Der TuS lag ihm immer sehr am Herzen. Zuletzt hat er zu seinem 90. Geburtstag der Leichtathletikabteilung einen neuen Satz Kugeln fürs Kugelstoßen gespendet.

Er wird uns als großartiger Mensch und Sportler in Erinnerung bleiben.